Omid Nouripour liest Hasskommentare: „Du scheiß Araber, geh zurück in die Türkei!“

Vergangenen Dienstag haben die Grünen im Werra-Meißner-Kreis den Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour zum „Hate Slam“ nach Niederhone eingeladen. Während Nouripour normalerweise als Experte für Außenpolitik und als Autor unterwegs ist, tourt er aktuell beladen mit einem Ordner voller Hasskommentare durch die Republik. Er will für mehr Respekt im Miteinander werben und liest deshalb auf humoristische Art und Weise seine „schönsten“ Hasskommentare vor. Damit sindHasskommentare sind Briefe und eMails mit herabsetzenden oder beleidigenden Inhalten.

Vorstandssprecher Felix Martin erklärt hierzu: „Einige Kommentare können Omid Nouripour wirklich zum Lachen bringen. Einmal wurde er dazu aufgefordert, zurück in seine Bio-Tonne zu kriechen, den Deckel zu schließen und seine Klappe zu halten. Er kann heute noch herzhaft darüber lachen. Ein Klassiker sagt er. Besonders mag er auch die vielen wirren Kommentare. Nouripour stammt aus dem Iran, hat aber schon mal eine Mail bekommen in der stand: „Du scheiß Araber, geh zurück in die Türkei!““

Auch wenn viel gelacht wurde, das Ganze hat einen ernsten Hintergrund: Hass und Hetze sind bei politischen Personen leider an der Tagesordnung. Zur Verrohung der Sprache tragen Organisationen wie die AfD mit ihren verbalen Entgleisungen mit bei. Gerade auch die AfD sei schuld daran. Jede Woche neue verbale Entgleisungen der AfD tragen zu einer Verrohung der Sprache bei. Nouripour schildert, dass viele Menschen völlig ungeniert und mit ihrem tatsächlichen Namen Rassismus streuen. Früher sei die Hemmschwelle dafür größer gewesen. Besonders als muslimischer Abgeordneter mit Migrationshintergrund sieht er sich vielen Hasskommentaren ausgesetzt. Er ist sich sicher: Würde er Klaus Müller heißen, bekäme er deutlich weniger davon.

Martin ergänzt: „Mit politischer Auseinandersetzung hat das alles nichts mehr zu tun. Hetze beginnt bereits dort, wo Andersdenkende nicht mehr in der Sache sondern als Person attackiert werden.Sachlichkeit endet. Über manche Kommentare kann man lachen. Manche machen aber auch schlicht sprachlos. Auch Bedrohungen sind für Omid Nouripour leider keine Seltenheit. Mehrfach stand er bereits unter Polizeischutz. Wir Grüne üben häufig Kritik an politischen Entscheidungen, aber immer sachlich und immer mit dem nötigen Respekt. Das wünschen wir uns im gesamten politischen Diskurs.“

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