Hessen gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung

Die GRÜNEN im Hessischen Landtag begrüßen den Entschluss des Bundesrates, sogenannte Konversionstherapien endlich zu verbieten. Der Antrag war auf Initiative von Hessen eingebracht worden und wurde heute Vormittag beschlossen.

„Noch immer wird in sogenannten Konversionstherapien die sexuelle Orientierung wie eine Krankheit behandelt, die man therapieren müsste. Dabei gehört die sexuelle Orientierung untrennbar zur individuellen Persönlichkeit und ist weder eine Krankheit, noch – wenn das Umfeld entsprechend reagiert – ein Problem. Erst wenn Menschen eingeredet wird, die Art, wie sie ihre Sexualität leben sei falsch, gesellschaftlich nicht akzeptabel oder nicht mit religiösen Ansichten vereinbar, können sie tatsächlich psychisch und physisch krank werden. Deshalb sind diese sogenannten Therapien gesundheitsgefährdend und müssen endlich verboten werden.

„Ich erwarte, dass die Bundesregierung jetzt schnell handelt und entsprechende Regelungen beschließt.“ so Felix Martin, queerpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Die von Hessen erarbeitete Bundesratsinitiative sei ein wichtiger Schritt. Jetzt sei die Bundesregierung am Zug und müsse diese unsäglichen Therapien endlich verbieten. Die Regierung sei außerdem aufgefordert, die Aufklärung und Sensibilisierung in Bezug auf geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung mit einem Bündel an Maßnahmen zu verbessern.

Hintergrund: Es gibt nach wie vor Personen und Organisationen, die verbreiten, Homo- oder Bisexualität seien Erkrankungen oder psychische Störungen und könnten „geheilt“ werden. Dies kann bewirken, dass vor allem junge Menschen in der Phase ihrer Identitätsfindung ihre sexuelle Identität mit einer behandlungsbedürftigen Krankheit gleichsetzen. Das kann zur Ablehnung der eigenen sexuellen Identität führen und schwerwiegende psychische Belastungen (Depressionen, Angsterkrankungen, erhöhtes Suizidrisiko) nach sich ziehen.

„Behandlungen“ der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität verletzen das verfassungsrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht. Hier kommt dem Staat ein Schutzauftrag zu. Der Bundesrat hat heute einen Entschließungsantrag zum Verbot von Konversionstherapien angenommen. Der Antrag ist hier zu finden: https://gruenlink.de/1m7e

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